Adventsgeschichte 2021

1

Ein Lichtblitz brach durch die Wolkendecke und erleuchtete den blauen Strand Antermatiem, über dem sich die Gewitterwolken verdichteten. Der Blitz schlug direkt vor einer Statue ein, die eine Katze zeigte. Das Meer bäumte sich auf und Flutwellen wurden von dem Gewitter an Land getrieben. Auch gegen das große Tori was einige Meter vom Ufer entfernt aus dem Meer aufragte schlugen die Wellen, als wollten sie das Bauwerk niederreißen. Von alldem Unbeeindruckt saß eine Katze vor der Staute in dem blauen Sand. Mit ihrer blauen geisterhaften Gestalt hob sie sich nur leicht von ihrem Untergrund ab. Müde kniff sie die Augen zusammen und öffnete das Maul zu einem weiten Gähnen. Dabei glänzten ihre Fangzähen silbrig auf. Sie schaute Richtung Tori harrend der Dinge, die da kommen.

2

Das Gewitter wurde immer stärker und der Winde zerrte an dem Fell der geisterhaften Katze, während er Sand von der Küste aus weiter ins Festland trug. Plötzlich erhellte Licht den Strand. Von weitem hätte man es auch nur für ein weiteres Wetterleuchten halten können, aber dieses Mal kam das Leuchten von dem Wasser unter dem Tori. Fast wie kochend fing das Wasser nun auch an zwischen den roten Säulen zu brodeln, auf dem das Tori stand und welche bis zum Meeresgrund hinabreichten. Dann wurde das Wasser wieder ruhiger und das Leuchten ebbte ab. Wenige Sekunden nachdem das Licht ganz verschwunden war tauchten Gestalten aus dem Wasser auf und begannen keuchend und zitternd an Land zu schwimmen.

3

Als sich die Gestalten an Land gezogen hatten blickten sie auf eine karge wüstenähnliche Küste. Allein der Blaue Sand erstreckte sich nach recht, links aber vor allem auch weiter ins Inland und in ihm fanden sie eine Spur aus Pfotenabdrücken welche vom Strand aus in die Dünen führte. Da der Sturm noch immer über den Strand und die Ebene dahinter peitschte zogen sie ihre Umhänge fester und hielten sich schützt die Arme vor das Gesicht, während sie sich gegen den Wind stemmten und der Spur folgten. Diese führte sie direkt zu der Statue und der Katze, welche noch immer geduldig zu warten schien. Als die Gruppe sie erreicht hatte mauzte sie freudig und begann sich an die Beine der erstbesten Person zu schmiegen. Die Gestalten ließen sich auf ein Knie oder in die Hocke hinab und eine holte einen Beutel unter ihrem Umhang hervor. Diesen Beutel legte sie vor die Statue nieder und löste die Schnur, die ihn oben zusammenhielt. Neugierig streckte die Katze kurz darauf direkt ihren Kopf in den offenen Beutel nießte von dem blauen feinen Sternenstaub, der sich darin befand. Das Pulver funkelte, wie ein Sternenhimmel und als die Katze den Kopf hinausgezogen hatte fing es immer stärker an zu leuchten. Dann schoss eine Lichtsäule kurz in den Himmel.

Ein Lichtblitz brach durch die Wolkendecke und erleuchtete den blauen Strand Antermatiem, über dem die Gewitterwolken standen. Der Blitz schlug direkt vor der Statue ein, das Meer bäumte sich auf und Flutwellen wurden von dem Gewitter an Land getrieben. Von der Gruppe fehlte jede Spur. Die Katze lief langsam um die Statue herum und schmiegte sich an das Bein eines Vampirs der anfing sie zu kraulen. „Dann hat es also begonnen?“ fragte er die Katze und legte den Kopf in den Nacken. Regen viel in die goldgelben Augen und rannen von ihnen wie Tränen die Wange des Vampirs hinunter.

4

Metall schlug gegen Metall als der Zweihänder einer großen Rüstung auf das Schild eines Zwerges traf. Blut rann an einer Wunde über seine linke Schläfe und mit einem Schrei nutzte er die Wucht des Hiebes, welchen er gerade abgewehrt hatte und zertrümmerte das Handgelenk seines Gegners, mit seinem Streitkolben. Scheppernd flog der zerbeulte Metallhandschuhs quer durch den Saal. Nur noch mit einer Hand ließ die Rüstung erneut das Schwert auf den Zwerg herabfahren. Mitten im Angriff schlugen drei Bolzen einer Armbrust in den Helm und den Oberkörper der Rüstung ein. Sie sackte rücklinks zusammen und zerfiel in ihre Einzelteile. „Guuut!“ rief ein Gnom, welcher die viel zu große Sense sinken ließ welche er eben noch Angriffslustig schwenkte. Das Kompliment galt einem Troll, welcher die Armbrust nun lässig schulterte und nur mit den Achseln zuckte. „Das bringt uns allerdings immer noch nicht hier raus.“ Erwiderte er. „Seit stunden irren wir in dieser Villa herum von einer verschlossenen Tür zu einen anderen und ständig dieses Gedudel aus dem Musikzimmer.“ Damit seufzte er tief und schaute zu einer Foxtail hinüber welche gerade begann die Platzwunde an dem Kopf des Zwerges zu heilen. „Stimmt schon, auch wenn mir die Musik gefällt.“ Sagte sie mit einem milden lächeln. „Geht es wieder?“ frage die den Zwerg, der nickte. „So oder so er oder sie ist uns allerhand Erklärungen schuldig, sobald dieses Haus uns zu ihm lässt.“ Bei diesem Worten schwang die Tür zu einem benachbarten Zimmer auf aus der nun deutlicher Klaviermusik ertönte.

5

Schwer fast schon träge wob sie die melancholische Melodie des Flügels wie ein Teppich durch den Raum und die gesamte Villa. Hinter dem Flügel saß ein Mann ende Dreißig, welcher sich nicht aus der Ruhe bringen ließ von den Gästen, welche soeben sein Zimmer betraten. der Zwerg, Troll, Gnome und die Foxtail kamen langsam mit gezogenen Waffen in den Raum und schauen sich um als sie keine direkte Gefahr erkannten ließen sie zwar die Waffen sinken allerdings konnte man ihrer Körperhaltung anmerken, dass sie noch immer alarmiert waren.

Nach einer kurzen geflüsterten Absprache unter der Gruppe wand die Foxtail sich an den mysteriösen Mann hinter dem Flügel: „Ähm… Hallo, Wir wollen sie nicht bei ihrem schönen Klavierspiel unterbrechen, aber hätten sie einen Moment Zeit für meine Freund und mich? Wir hätten da einige Fragen, bei denen sie uns vielleicht weiterhelfen können.“ Nun blickte der Mann auf und schien sich den Vieren erst richtig bewusst zu werden. „Hallo, meine Liebe. Bitte nennt mich ruhig Theodor. Und natürlich dürft ihr mir eure Fragen stellen.“ Seine warme melodische Stimme klang freundlich, aber müde, In keinem Fall jedoch feindselig. „Bitte setzt euch. Kann ich euch eine Tasse Tee anbieten?“. Frage er und lächelte mild. „Danke ich nehme gerne eine Tasse“ antwortet die Foxtail und erwiderte das Lächeln. Sie setzte sich und auch ihre Begleiter steckten ihre Waffen weg und suchten sich einen Platz „Dann fang ich einfach mal an.“ sagte die Foxtail „Ich bin…“

6

Ein Irres Lachen hallte durch die sonst leere Villa. Selbst die Musik von Theodor war inzwischen verstummt. Sie war dem Knistern des Feuers, welches sich von dem Kaminzimmer aus langsam ausbreitete und begann das gesamte Gebäude zu verschlingen. Im Westflügel war es jedoch noch nicht angekommen. Zum Glück für die Vierergruppe des Zwerges, Trolls, Gnomes und der Foxtail welche gerade versuchten die Eingangstür der Gesindestube einzuschlagen. Hinter ihnen wurde das Lachen lauter und ging langsam in einen klaren eiskalten Gesang über.

if you are lost in your way
deep in an awesome story
don’t be in doubt and stray
cling to your lonesome folly

now you’re too close to the pain
let all the rain go further
come back and kiss me in vain
mother oh do not bother

hear the chorus of pain
taking you back to proper ways
it’s so easy to find
if you could remind me

now you are lost in your way
deep in an awesome story
so I will find you again
kiss you for lonesome folly

Der Gesang kam von einem jungen Mädchen ganz in weiß, welches den Speer, den sie bei sich führte von einem Stützbalken zu anderen schnellen ließ, während sie langsam auf die Gruppe zuging. Wie bei einem Kind da einen Stock an einem Gitter entlang zog machte es „Klock, Klock Klock.“ immer dann, wenn der Speer den nächsten Balken traf. Dann schnellte sie vor mit der Spitze des Speeres voraus. Direkt auf den Zwerg zu, welcher sein Schild zur Abwehr erhoben hatte.

7

Feuerschein erhellte die dunkle Nacht und Rauchwolken stiegen über dem Dronenwald aus dem sich vier gestalten zogen. Eine von ihnen ein Zwerg war schwerverletzt und wurde von einem humpelnden Troll und einer an einer Seite leicht verletzten Foxtail gestützt. Lediglich der Gnom, der vorlief schien unverletzt zu sein. „Du musst es aber auch immer übertreiben“ zischte er zu dem Zwerg. Dieser spuckte lachend Blut und erwiderte halblaut: „Sagst ausgerechnet du?“ dann verließen ihn die Kräfte und er sackte vollends in die Arme seiner Gefährten, die ihn stützten. „Nein, Nein Nein. Komm schon bleib bei uns flehte die Foxtail ihn an und schlug in leicht mit der flachen Hand ins blutverschmierte Gesicht, um ihn wieder zu Bewusstsein zu bekommen.“ Jedoch ohne Erfolg. Ein Stück noch zogen sie den Zwerg die Anhöhe hoch, die der Gnom bereits erklommen hatte, eine Hand an einer schwarzen Steinsäule „Leg ihn hier ab das sollte reichen“ meinte die Foxtail zu dem Troll, welcher den Zwerg sanft mit besorgter Mine innerhalb eines Steinkreises niederließ, welcher die Anhöhe umrundete. Sofort legte die Foxtail ihre gefalteten Hände auf das Loch in der Brust des Zwerges begann die Worte Heilzauber zu sprechen.

8

Der Gnom nahm die Hand von der Steinsäule und blickte besorgt auf den Zwerg, über den sich seine zwei Begleiter gebeugt hatten. Der steinerne Ring in dem die vier sich befanden begann zu leuchten, und eine Plattform erschien unter der Gruppe. Sie wurden in den Himmel gehoben und auf halber Höhe konnten sie bereits über den Wald blicken. Als der Gnom sich umschaute erkannte er nun das volle Ausmaß der Situation. „Oh Scheiße…“ murmelte er und biss sich auf die Lippe, um weiter Flüche zu unterdrücken. Rings herum erstreckte sich der nun auch brennende Dornenwald. In ihm dutzende Villen von den das Feuer aus langsam auf den Wald übergriff. Aus jeder Villa liefen mehrere Gestalten. Genau wie bei den vieren war ihr Ziel die Anhöhe in der Mitte des Waldes. Hier und da sah man eine weiße Gestalt aufblitzten. Wann immer sie auftauchte und in eine der Gruppe schob, hörte man Schmerzensschreie die langsam in dem immer lauter werden Geräuschen der Flammen untergingen, welche sich den Wald einverleibten. Ein Schauer lief dem Gnom noch über den Rücken als seine Sicht verschwamm und er und seine Begleiter im Nachthimmel verschwanden.

9

Karren knarzten als die Bewohner von Reisfelde angeführt von einer Gruppe Cerneen den steinigen Pfad Richtung Sturmwacht erklommen. Alle hatten sie in der Schnell nur das wichtigste gepackt, um ihr Dorfes so bald wie möglich verlassen zu können. Wer wusste schon wann der nächste Angriff der Nagas bevorstand. Nur mit Mühe, Not vielen Verlusten und der Hilfe der Cereen die sie auch nun begleiteten hatten sie es überhaupt geschafft die Nagas abzuwehren. Auf halben weg zu der Festung der Foxtail in der die Karavane Schutz suchen wolle, fing der Regen wieder an. Erst nur ein feiner Nieselregen der allerdings mit jeder Minute kräftiger und wurde. Bis auf die Knochen durchnässt kamen die Flüchtlinge schließlich am frühen Abend vor den Toren der Bergfestung an. „Öffnet das Tor“ hörten sie von drinnen die Rufe ihrer Landsleute. Kurz darauf schwang das große Tor auf und Foxtails in Wachuniformen kamen den Dörflern entgegen, um ihnen zu helfen.

Nachdem die Cerneen dem Hauptmann der Wache Tsumasu berichtet hatten was in Reispfelde geschehen war, legten sie sich in einer Wachstube zur Ruhe, seit Tagen das erste Mal in der Lage ihre vom anhaltenden Regen durchnässte Kleidung anständig zu trocknen. Bald schon hörte man ein Schnarchen aus dem Raum, in dem die Abenteurer einquartiert waren und Tsumasu begab sich wieder zu seinem Leutnant auf den Wehrgang hinaus in den Regen.

10

Regen prasselte auf die Zinnen von Sturmwacht und die Rüstungen der Foxtail, die Wache standen. Sehnsüchtig dachten sie an den Schichtwechsel und daran sich ins Trockene begeben zu können, um das Nasse Fell zu trocknen. Doch nach der Ankunft der Flüchtlinge aus Reispfelde war allen bewusst, dass die zusätzlichen Wachmannschaften nicht als Drill von ihrem Hauptmann eingeteilt worden waren. Schließlich hatten sie alle gesehen was die Nagas den Dörflern angetan hatten. Zerrüttete Familien nur mit den Kleidern, die sie am Leib trugen, Nahrung aber keine Habseligkeiten; das waren die gleichen Dörfler, die sonst so freudig ihre Ernten auf die Karren luden und nach Bluelotus oder hier nach Strumwacht brachten. In diesem Moment kam der Hauptmann Tsumasu aus dem Eingang, der ins Innere des Walles führte. Wie üblich ließ er sich lumpen und verbrachte auch bei diesem Wetter eine ganz normale Schicht zusammen mit seiner Mannschaft auf dem Wehrgang. Leicht getrübt über das was er von den Cerneen über das Schicksal von Reispfelde gehört hatte wandere der Blick des Hauptmanns über die Auen der Reispfotenküste. Irgendwo da draußen lauerten sie, die Nagas. Besonders bei diesem Dauerregen fühlten sich diese Seeschlangen wohl. Kein wunder das sie in der letzten Zeit vermehrt versuchten ihr Territorium aus dem Meer auch auf die Reispfotenküste auszubreiten. Dieser Dauerregen verhieß nichts Gutes, dass spürte Tsumasu. Mit der Zerstörung von Reispfelde war es noch nicht vorbei.

Plötzlich brauste Wind auf und alle Wimpel schlugen um Richtung Küste. Wie ein tiefes Einatmen des Sturmes zog der Wind an den Wachen. Lediglich die feste Mauer sorgte dafür, dass mehrere von ihnen nicht hinabstürzten. Der Wind sammelte sich in einer Art Strudel mitten über er alten Eiche die einzeln auf einer kleinen Insel zwischen den Auen lag. Gewitterwolken zogen über dem Strudel auf und der Nachthimmel wurde grau. Ein roter Blitz schlug in die Eiche ein und der Donner fegte wie ein Animalischen Brüllen über die Küste bis hinauf zur Sturmwacht. „Weckt die Cerneen!“ rief Tsumasu zu der nächstbesten Wache, die neben ihm stand. Leiser fügte er hinzu: „Ihr Götter steht uns bei…“

11

Nox zog an einer langen dünnen Pfeife und betrachtet die Kugel aus flüssigem Metall welche von einem magischen Rahmen aus goldenen Ketten in Form gehalten wurde. Dann hauchte sie einen Ring aus Rauch auf die silberne Kugel. Der Ring flog langsam durch die Luft und verwirbelte als er sich an der Kugel brach wie an einem Festen Gegenstand. Nachdenklich nahm sie noch einen Schluck aus ihrer halbvollen Tasse. Der Schwarztee war zwar inzwischen kalt geworden und schmeckte abgestanden, aber es war besser als kein Koffein. Was würde sie nur für einen heiß aufgebrühten Kaffee geben. Sehnsüchtig dachte sie an den Geschmack, der ihr in dieser Welt fehlte. Dann betrat ein Vampir das große Besprechungszimmer, in dem sie sich befand. Der lange weiße Umhang wehte leicht als er näherkam und zusammen silberne Haare wirkte er blas und geisterhaft. Seine goldenen Augen musterten Nox eindringlich und mit offensichtlichem Vorwurf in der Stimme begrüßte er die Foxtail mit den Worten: „Wie ich sehe rauchst du immer noch?“ Ertappt legte sie die Pfeife beiseite etwas zu schnell vielleicht und erwiderte kühl: „Wieder. Seitdem wir hier sind.“ Nach einer kurzen Pause fügte sie mit wärmerer Stimme hinzu „es ist schön sich zu sehen. Danke das du gekommen bist“ Der Vampir lächelte müde und meinte: „Dank allein wird die Bewohner von Blue Lotus nicht retten Liz. und die Barriere wird auch nicht mehr lange halten.“ Besorgt schaute Nox aus dem Fenster auf die Stadt und versuchte weiteren direkten Augenkontakt zu vermeiden. Seufzend wandte der Vampir den Blick von Nox ab und betrachtete die Kugel aus flüssigem Metall. „Das ist es also?“ fragte er. Die Foxtail nickte langsam und nachdenklich. „Glaubst du es geht den anderen gut. Zuhause meine ich…“ damit wandte sie sich vom Fenster ab und schaute wieder in die goldenen Augen des Vampirs. Das müde Lächeln stahl sich erneut auf sein Gesicht und er wollte gerade zu einer Antwort ansetzen als die halbvolle Tasse mit dem kalten Schwarztee zu Boden fiel und klirrend zersprang. Das Tee sickerte zwischen die Holzdielen und ein Mauen kam von dem Tisch, auf dem eben noch die Tasse gestanden hatte. Eine Katze saß dort und leckte sich genüsslich die Pfote, mit der sie die Tasse zu Boden befördert hatte. „Entschuldige sie“ sagte der Vampir zu Nox statt auf ihre Frage zu Antworten. Mit leicht tadelndem Blick nahm er die Katze und setzte sie zu Boden. „Ich sehe du vertraust dich immer noch lieber Tieren als Menschen an. dabei bin ich inzwischen auch ein halbes.“ scherzte Nox und zwinkerte dem Vampir schelmisch zu, während sie die Scherben ihrer Tasse aufsammelte.

Bevor er jedoch auf die Bemerkung eingehen konnte, betrat eine Gruppe Cerneen den Raum. Sie kamen auf die beiden zu und berichteten Nox was sie zusammengetragen hatten. Dabei legten sie eine Reihe an Notizen auf dem Tisch aus. Nach einem Kurzen Blick auf die Notizen legte der Vampir einen Finger auf einen Namen. „Rudras, das ist er“ sagte er in dir Runde. „Und wer seid ihr?“ fragte der Sprecher der Gruppe. „Er ist mein…“ Wollte Nox zu einer Erklärung ansetzten als der Vampir ihr das Wort abschnitt: „alter Bekannter… wir sind alle Bekannte.“ Schmerz lag in der Stimme des Vampirs, auch wenn Nox bewusst war das nur sie ihn heraushörte. „Ganz recht und wenn er sagt das es Rudras ist dann vertraue ich ihm.“ Fügte sie hinzu. „Nun gut, wenn ihr das sagt“ meinte der Cernee zögerlich und richtete sich wieder zum Vampir: „dann gehe ich recht mit der Annahme, dass die Barriere von euch stammt?“ Stumm nickte der Vampir. „Ein Freund vieler Worte schein ihr jedenfalls nicht zu sein. Aber wie dem auch sei wir würden uns dann direkt wieder auf den Weg machen. Die Zeit drängt schließlich.“ Sagte der Cernee und wandte sich zum Gehen. „Ich wünsche euch ehrlich alles Glück der Welt bei eurem Vorhaben.“ Rief der Vampir der Gruppe bei Gehen noch hinterher. „Ich hoffe es gelingt ihnen… hmm was meinst du Mia?“ fügte er leiser hinzu und kraulte die Katze hinter den Ohren, welche erneut den Tisch erklommen hatte. Kopfschütteln und leicht amüsiert schaute Nox auf die Katze und über sie hinweg auf den Vampir, welcher in die Hocke gegangen war, um mit der Katze auf einer Höhe zu sein. Sie versuchte einen Blick in die goldenen Augen zu erhaschen, aber diesmal mied der Vampir den Blick der Foxtail. „Alte Bekannte also“ murmelte sie schließlich und versuchte den bitteren Kloß der Erinnerung runterzuschlucken, der in ihrem Hals zu stecken schien.

12

Selbst hier im Arrundinari Dickicht mischte sich leichter Regen in die Sonnenstrahlen, die durch den Bambus fielen. Die Fuchshochzeit bedeutete jedoch nichts Gutes. Eine Gruppe Cerneen ging zielstrebig die Handelsstraße entlang Richtung Küste. Bei sich führten sie eine Arte Gefäß, das an einer Kette hing und eine Silbrige Flüssigkeit in sich hielt. Bei jedem Schritt des Trägers verformte sich die Kugel leicht nur um sofort wieder in ihre ursprüngliche Form zurückzukehren. Auch mit jedem Schritt der Gruppe wurde der Regen stärker, und an lichteren Stellen im Bambuswald konnten sie in der Ferne eine Art Wand erahnen, die sich bis in den Himmel hochzog und von der der Wind und Regen zu kommen schien. Dahinter lag die Reispfotenküste und in der Mitte der Reispfoten Küste das Ziel der Gruppe. Rudras der Sturmelementar. Ein mächtiges Interferenzmonster welches vor wenigen Tagen in der Zone aufgetaucht war. Sollte es dem Sohn der Winde gelingen die Barriere zu durchrechen und die Zone zu verlassen, dann Bestand keine Hoffnung für die Allopexprovinz geben. Alles was dann noch blieb war die Flucht der Einwohner von Blue Lotus und der Umliegenden Dörfer. Dies galt es zu verhindern. Schließlich kam die Gruppe bei der Barriere an. Dahinter tobte der Sturm in vollem Ausmaß. Ein letztes Mal überprüften die Abenteurer noch ob sie alles dabeihatten. Ihnen war bewusst, dass sie nur diese eine Chance hatten. Es hieß Er oder Sie. Dann durchschritten sie die Barriere und verschwanden in dem Sturm, der sie umhüllte wie ein gieriges Lebewesen was alles verschlang, das sich ihm in den Weg stellte.

13

Sonnenstrahlen durchdrangen die Wolkendecke und ein sanfter immer schwächer werdender Regen fiel auf die Gruppe Cerneen hinab welche unter einer großen Eiche an der Reispfotenküste standen. Bald schon verriet nur noch ein Regenbogen, das vor wenigen Minuten hier noch ein Sturm getobt hatte. Eine große Menge vorranging bestehend aus Foxtail aber auch anderen Lebewesen meist in der Gestalt von Cerneen lief von der anliegenden Waldgrenze auf die Retter von Bluelotus zu. Sie umscharten die Helden, die sich dem Sturmelementar in den Weggestellt hatten und ließen sie hochleben. Auf Pfoten getragen wurden die Cerneen nach Bluelotus getragen, wo ein Fest für sie bereitet wurde. Jeder und jede Foxtail sollten ihre Namen kennen.

Während die Menge von dannen zog, ließen sie die vom Sturm zwar verwüstete, aber befreite Reispfotenküste im Glanz des Morgenlichtes zurück. Bald standen nur noch zwei Personen unter der großen Eiche, die von einem Blitz in der Mitte gespalten war. Es waren ein Vampir und eine Foxtail. Der Vampir bückte sich und hob etwas aus dem schlammigen Untergrund auf. Es war ein giftgrüner Kristall. Neugierig schaute die Foxtail in die Hände des Vampirs und als sie sah was er gefunden hatte lächelte sie dankbar. Sie schaute hinauf in den blauen Himmel und zu dem Regenbogen, welcher sich dort abzeichnete. Sonne fiel ihm Halbschatten der Eiche auf ihre weiße Nasenspitze. Es tat gut nach diesen düsteren Zeiten des Dauerregens ein paar Sonnenstrahlen zu erhaschen. Wer weiß vielleicht war es ja der Anfang vom Ende des Regen, dachte sie noch…

14

Fackeln erhellten eine Lichtung irgendwo im Silberwald. In der Mitte der Lichtung stand ein großer Menhir. Runen warne auf ihm eingraviert welche selbst für die meisten Vampire zu alte waren um sie lesen und verstehen zu können. Um den Menhir an Rande der Lichtung standen Vampire in Kutten und mit Kerzen in den Händen. Andere Vampire standen als Paare dichter am Menhir und warteten auf ihren Einsatz. Die Heeren waren in schlichten, aber schicken Anzügen erschienen während die Damen aufwendig gestaltete Kleider trugen die aber alle einem Stil entsprachen. Einzig eine Vampirin mit einer hellblauen Maske hob sich von der Menge ab. Nicht jedoch durch ihre Maske. Alle anwesenden Vampire trugen unterschiedliche Masken von denen keine einer zweiten glich. Vielmehr hob sich die Vampirin durch die maßgefertigte Lederrüstung und das lange leichtgebogene Schwert, welches sie in einer einfachen Scheide an ihrer linken Hüfte trug, ab. Bei der Vampirin handelte es sich ohne Zweifel um Lynranan die Prinzessin der Vampire.

Dann betrat eine Gruppe Cerneen die Lichtung und nach einem kurzen Wortwechsel mit der Prinzessin richteten sie sich zum Menhir. Die Vampire am Rande der Lichtung begannen ihre Stimmen zu erheben und bald schon klangen Rituelle Gesänge durch den Silberwald Nebel zog auf und waberte aus dem Wald auf die Lichtung. Er kreiste um den Menhir und zog sich immer höher bis lediglich seine Spitze noch im Freien lag. Die Paare, die um den Menhir aber nicht im Nebel standen, begannen im Gleichtakt zu tanzen und zielstrebig schritten die Cerneen in den Nebel.

Ein paar Stunden vergingen und weitere Cerneen kamen auf die Lichtung und folgten den anderen in den Nebel. Schließlich traten irgendwann die ersten Cerneen wieder aus dem Nebel und Lynranan kam auf sie zu. Der Nebel legte sich, die Gesänge verklungen, die Tänze hörten auf und alle warteten auf die Reaktion ihrer Prinzessin. Diese klatschte schließlich zweimal in die Hände. Tische wurden herbeigetragen, eine Band begann zu spielen, und eine lockere Feier begann, die unwirklich bizarr für außenstehende scheinen musste, nachdem was sich vorher auf der Lichtung abgespielt hatte.

All das wurde von zwei paar Augen aufmerksam beobachtet. Die beiden Gestalten, zu denen die Augen gehörten, saßen auf einem Ast hoch oben in einer der silbernen Bäume, die am Rande der Lichtung standen. Geduldig hatten sie im Regen gewartet der stetig auf das Blätterdach des Waldes niederging. Schließlich sagte die Animare zu der Halbelbin die neben ihr saß: „Komm ich denke hier gibt es nichts mehr für uns zu tun.“

15

Blut sickerte in das Gras und färbte das weiße Kleid der Heilerin auf seinem Weg aus ihrem Körper rot. Die Menschenfrau lag am Rande des Flusses der sich durch den Hain von Sturzbach zu, und hielt sich eine Hand auf die Wunde, um die Blutung zu stoppen. Um die Wunde selbst zu heilen, fehlte ihr es an Kraft, aber sie hoffe zu mindestens die Blutung etwas stoppen zu können. Rücklinks lag sie im Gras und schaute in den Nacht Himmel rauf. „Eos steh und bei“ sandte sie ein Stoßgebet zu ihrer Göttin. Dann wurden ihre Augen glasig und verloren ihren Glanz als auch das letzte Leben aus ihr wich. In den ihren Augen spiegelte sich nur noch das Feuer der Kapelle, welche einige Meter entfernt von ihr in Flammen stand.

Zwei Kapuzengestalten kamen von der Kapelle und gingen regungslos an der Frau und den anderen Menschen Leichen vorbei die sie auf ihrem Weg hinter sich zurückließen. Eine der Gestalten nahm noch eine von einem Haken, dann betraten beide das Lagerhaus, welches in dem Hain stand. Sie hören von oben Schritte und das Flüstern von weiblichen Stimmen. Und so führe ihr weg direkt in den oben Teil des Gebäudes. Der Lange Dachstuhl zog sich durch das Ganze Gebäude und überall standen Kisten mit Vorräten und Kleidung herum. Nur das Licht der Öllaterne und der Schein des Feuers, welches von draußen durch die Dachfenster drang, erhellte den dunklen Raum. Langsam gingen die zwei gestalten durch den langen Raum als plötzlich eine junge Menschenfrau vor ihnen aus der Dunkelheit in den Schein des Lichtes trat. „Werte Cerneen seid ihr es seid ihr es? Seid ihr hier, um uns zu helfen?“ frage sie die beiden. Dann plötzlich mitten im Gespräch mit der Frau schnellte eine der beiden Cerneen mit einem Dolch in einer Hand auf die junge Frau zu. schaute an sich herab auf die Wunde in ihrer Seite, in der noch immer der Dolch des Angreifers steckte. Ihr wurde kalt und Angst spiegelte sich in ihren Augen wider. Eine Angst die der Angreifer zu genießen schien. Dann brach etwas durch die Seitenwand und warf den Angreifer zu Boden. Dabei brach die Klinge des Dolches in der Wunde ab und die Menschenfrau taumelte ein paar Schritte nach hinten. Über dem Angreifer kauerte nun ein Grauer Wolf, welcher mit der Größe eines ausgewachsenen Pferdes mithalten konnte. Zähnefletschend knurrte er den Cerneen der unter ihm lag an, während die zweite Kapuzengestalt die Öllaterne nach dem Wolf warf. Eine Pfütze aus brennendem Öl breitete sich in dem Raum aus die bald schon dafür sorgen sollte das auch das Lagerhaus brannte. Währenddessen kam ein Krachen von dem Dachstuhl der Kapelle als er mitsamt dem kleinen Turm darauf einstürzte und den Innenraum darunter teilweise unter sich begrab. Feuer erhellte die Nacht und in der Ferne vielleicht aus Springquell oder Sturzbach kommend hörte man Glock geläutet.

16

Eine Rauchwolke stand über dem Hain von Sturzbach und selbst in Tropfheim am Rand des Waldes von Thymian musste jedem klar sein, dass der Hain in Flammen stand. Die Löscharbeiten waren zwar bereits im Gange aber für die Kapelle schien es bereits zu spät zu sein. Kurz zuvor hatte der hölzerne Dachstuhl nachgegeben und der Turm der Kapelle war abgesackt. Jetzt lag das Dach im inneren der Kapelle, unter ihm begraben, die Trümmer des Altars auf dem so viele Reisen ihren Anfang genommen hatten. Hier war nichts mehr zu retten, und das Feuer war längst an dem Stein der Grundmauern erstickt die als einziges noch standen. Doch nicht nur die Kapelle stand in Flammen.

Auch das Lagerhaus, welches sich daneben befand, brannte. Magier, welche extra herbeigerufen wurden, waren gerade dabei mit Regenwolken das Dach zu löschen, aber auch hier war allen klar, dass ein Großteil des Innenlebens bereits ausgebrannt sein musste. Am Rande des Hains lagen mehrere Personen unter weißen Laken zur letzten Ruhe gebettet. Eine Werkatze stand regungslos auf den Trümmern des Turms, der einst die Kapelle schmückte. Mit beiden Händen in den Manteltaschen schaute er auf die Löscharbeiten herab. Er war wohl der Einzige, der mitbekam, wie Ein großer grauer Wolf eine junge Frau aus den Trümmern des Lagerhauses zog.

17

Ein klarer Sternenhimmel erstreckte sich über einem blauen Strand. Es war eine kleine Insel an die sanft die Wellen schwabten. Weiter innen befand sich eine Gruppe aus Kristallen, welche aus der sonst flachen Sandebene aufragten. Irgendwo zwischen den Kristallen ertönte plötzlich ein lautes Klirren. Das Geräusch kam von einem Cerneen welcher gerade mit seiner Waffe auf einen der Kristalle eingeschlagen hatte. In den Kristallen befanden sich die Körper unterschiedlicher Lebewesen. Ein Ork, zwei Vampire, eine Foxtail, ein Mensch, ein Halbelb und viele andere. Sie alle schienen zu schlafen, behütet und abgeschottet vom Rest der Welt. Der Kristall auf den der Cernee eingeschlagen hatte, hatte nicht mal einen Kratzer von dem Angriff davongetragen. Stattdessen sog sich ein kleiner, aber merklicher Riss durch die Klinge der Waffe, die auf den Stein geschlagen wurden. Resigniert ließ der Cernee die waffe sinken und sagte zu seinem Begleiter ebenfalls ein Cernee „Keine Chance zu hart…“ Wortlos machten sich die beiden auf den Weg in das Zentrum der Kristalle dort befand sich eine Art Steinaltar. Beide legten sie je eine Hand auf den Altar und kurze zeit später waren sie verschwunden. Dabei ließen sie die Kristalle und die Blaue Sandebene hinter sich zurück, welche so still dalag als wäre nie etwas geschehen. Als stünde die Zeit hier still…

18

Als die beiden Cerneen die Augen aufschlagen befinden sie sich unter Wasser und im nächsten Moment spüren sie den Drang nach Luft. Als sie versuchen nach Luft zu schnappen füllen sich ihre Lungen mit Wasser und Luft sprudelt als Blasen nach oben. Beide fahren aus dem Wasser und finden sich prustend und das Wasser ausspuckend in einem kleinen Becken wieder das etwa einen halben Meter hoch mit Wasser gefüllt ist. eine kleine Treppe führt aus dem Becken und nachdem beide das Wasser verlassen haben, merken sie wie ihre Kleidung erstaunlich trocken ist. Es scheint fast so als wäre der weiße Stoff, in den beide Cerneen gehüllt sind, nie mit Wasser in Kontakt gekommen. Vor ihnen erstreckt sich eine verwinkelte Stadt aus weißem Gestein, die einem Escher Gemälde alle Ehre gemacht hätte. Dann hören sie ein Schaben und Kratzen von der Decke des kleinen Pavillons, in dem sie sich befinden. Als sie aufschauen sehen sie den verdrehten Kopf einer hageren Gestalt, die an der Decke hängt und zu ihnen runterschaut die weißen pupillenlosen Augen mustern die beiden und mit kratziger Stimme sagt sie: „Na wen haben wir denn da…?“

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